Monday, 24. november 2008 1 24 /11 /Nov. /2008 23:09

Nicht einmal in den Baumarkt kann ich gehen, ohne dass ich an ihn erinnert werde. Ich dachte, ich könnte einen Tag mal wieder ganz "normal" leben, schließlich hatte ich heute auch wirklich viel vor. Aber kaum im Baumarkt angekommen spielten sie unser Lied "Almost Lover", spätestens da war es mit der Fassung wieder dahin...


Aber ihr wisst ja noch gar nicht, wie es soweit gekommen ist, alsoo erzähle ich unsere Geschichte weiter...


Der Abschied am Flughafen war grauenvoll und ich bin natürlich nicht ohne Tränen ausgekommen. Dabei hatte ich mir doch geschworen, ihm seinen Weggang so leicht wie möglich zu machen. Aber meine Gefühle überkamen mich einfach. Also ging ich so schnell wie möglich, die Sonnenbrille auf der Nase und mit roter Nase. Es muss sehr merkwürdig ausgesehen haben so in der U-Bahn zu sitzen. Und natürlich haben mich alle angeschaut, dabei wollte ich doch nicht, dass mir irgendwer meinen Kummer ansieht.


Noch bevor sein Flieger abhob schrieb ich ihm eine SMS, um ihm meine Gefühle auszudrücken und seine Antwort war, dass sein Weggang, den er sich s sehr gewünscht hat, sich nun falsch anfühlt und er am liebsten bei mir bleiben würde. Aber so flog er...


Wir hielten es jedoch nicht besonders lange ohne einander aus. Schon Tage zuvor hatten wir beide uns webcams und skype zugelegt. Wenigstens so (und so lange seine Frau noch nicht dort war) wollten wir den Kontakt aufrecht erhalten. und für November war sowieso ein Besuch bei ihm geplant. Aber für den Übergang nutzten wir erst einmal skype. Das pikante an der ganzen Sache war jedoch, dass er sich erst noch eine eigene Unterkunft suchen musste und er solange bei Verwandten seiner Frau in der Nähe von San Francisco wohnte. Dort war es natürlich schwierig gemeinsame, ungestörte Zeiten zu finden. Aber anscheinend wollen manche Menschen nichts mitbekommen und so hatten mir Zeit für einander als erhofft.


Wir wollten aber mehr, wollten uns sehen, bei einander sein. Aber es gab schier keine Möglichkeiten. ich war gerade in seine alte Wohnung gezogen, die für mich ohne richtiges Einkommen viel zu teuer war und schrieb an meiner Diplomarbeit. Zeitlich war ich also voll eingespannt und finanziell wäre ein Besuch sowieso untragbar für mich gewesen. Aber immer wieder drängte er darauf, dass ich doch kommen soll und ich hatte immer wieder die gleichen Argumente: kein Geld und eine Diplomarbeit, für die ich regelmäßig in Bibliotheken musste, um Material zu besorgen. Irgendwann meinte er jedoch, dass anscheinend alles andere wichtiger sei, als er. Und in dem Moment wusste ich nicht, was ich antworten soll. Nein, NICHTS war wichtiger als er, aber ich wusste nicht, wie ich es hätte regeln sollen. Jedoch freundete ich mich mit dem Gedanken, ihn wiederzusehen sehr schnell an. Er machte mir das Angebot, auf die Ablösung für seine Küche zu verzichten und von dem Geld sollte ich zu ihm fliegen. Das war die Möglichkeit. Und Bücher aus der Bibliothek konnte man sich schließlich auch ausleihen und kopieren. Schreiben kann man überall auf der Welt.


Doch dann kam das größte Problem, ich hatte keinen gültigen Reisepass und in die USA kann man nicht mit einem vorläufogen Pass einreisen. Wie sollten das denn nun auch noch bewältigt werden? Aber es gab die Möglichkeit des Express-Passes und so wurde der Flug gebucht, ohne den Pass auch nur beantragt zu haben. Das holte ich natürlich schnellstens nach, aber die Nächte darauf schlief ich extrem schlecht, hatte Albträume und befürchtete eintausend Euro! für den Flug umsonst ausgegeben zu haben, weil der Pass innerhalb von fünf Arbeitstagen nicht da sein würde (Ja, ich habe gebucht und eineinhalb Wochen später wollte ich fliegen, ohne Pass - manchmal macht man sehr dumme Sachen). Aber es klappte alles - wie ein Wink des Schicksals. Samstags wollte ich fliegen und schon mittwochs zuvor war der Pass da (Montag hatte ich ihn beantragt). Ich kann meine Gefühle gar nicht beschreiben, ich war einfach nur glücklich.


Und so machte ich mich auf den Weg nach San Francisco - zu dem Mann, den ich von ganzem Herzen liebe!

von Sonnenschein - veröffentlicht in: Unsere Geschichte
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Sunday, 23. november 2008 7 23 /11 /Nov. /2008 19:03
So lernten wir uns kennen und vor allem lieben. Doch wir beide wussten, dass das, was auch immer das zwischen uns war, nicht von Dauer sein konnte. Sobald der Tag im Juni kommen würde, an dem er Deutschland verlässt, würden wir uns trennen und vielleicht nie wieder sehen. Und da wir beide wussten, auf was wir uns eingelassen haben, genossen wir die wenigen Tage und Nächte, die uns vergönnt waren.

Die Krönung war ein ganzes gemeinsames Wochenende. Nur wir beide! Gemütliche Stunden auf dem Sofa, gemeinsame Erledigungen in der Stadt, ein Kinobesuch, ausschlafen und ein gemeinsames Essen. Hätte er nicht so viel für seine Auswanderung zu erledigen, wäre es perfekt gewesen. Das war etwa einen Monat, bevor er ging und jeder Moment, den wir zusammen verbrachten, machte es schwieriger für mich. Aber ich sagte nichts, dazu war ich nicht in der richtigen Position. Außerdem wollte ich ihm den Weggang nicht noch schwerer machen - es war doch sein Traum in San Francisco zu leben.

Eines Nachts, kurz vor dem Einschlafen meinte er dann zu mir, dass der nächste Tag vielleicht der letzte Tag sein würde, an dem wir uns sehen konnten. Für mich brach eine Welt zusammen. Ich hatte gehofft, dass ich ihn zumindest am Flughafen verabschieden konnte. Ich wusste, dass seine Frau (offiziell wusste ich immer noch nicht, dass sie verheiratet waren) erst einige Wochen später fliegen würde und da sie nicht in der Nähe wohnte, war es unwahrscheinlich, dass sie vor Ort sein würde. Aber er konnte es mir nicht versprechen. ich war am Ende und das war das erste Mal, dass ich meine Tränen vor ihm nicht zurückhalten konnte. Er versprach mir alles zu tun, dass wir uns wieder sehen werden.

Dann war irgendwann unser letzter Morgen gekommen. Er musste zur Arbeit und ich würde später die Tür hinter mir zuziehen und erst wiederkommen, wenn seine Wohnung meine Wohnung geworden wäre. Ja, ich war seine Nachmieterin - gerade bereue ich das ein wenig. Ich hatte ihm in der Zwischenzeit einen Abschiedsbrief geschrieben, in dem ich ihm für die wunderbare Zeit mit ihm gedankt habe, ihm sagte, dass ich keine Sekunde bereuen würde und ihm wünsche, dass er in den USA das Glück findet, was er immer gesucht hat. Außerdem hatte ich in den Umschlag meinen Glücksbringer gelegt, einen kleinen grauen Blei-Elefanten. Grau, das war unsere Farbe. In vielen Mails, lange bevor wir zusammengekommen sind, unterhielten wir uns darüber, dass es nicht immer nur schwarz und weiß gibt. Und dass das zwischen uns sicherlich alles andere als schwarz oder weiß ist - grau eben. Zudem musste egal was ich ihm schenken wollte natürlich sehr unauffällig sein und leicht zu verstecken sein. Ich wollte ja schließlich, dass er etwas von mir bekommt, das ihn immer an mich erinnert, an unsere gemeinsame Zeit. Noch Monate danach trug er ihn in seinem Portemonnaie immer bei sich. Ich wüsste zu gerne, ob er auch heute dort noch ist...

Er nahm den Brief, verabschiedete sich von mir und ging. Erst als die Tür zu war fing ich an zu weinen und konnte für eine Ewigkeit nicht mehr aufhören.

Irgendwann kam dann wieder eine Mail von ihm, er bedankte sich für den Brief und den Glücksbringer. Und er fing an, das erste Mal andeutungsweise seine Gefühle mir gegenüber preiszugeben. Er wollte mich nicht verlieren, mich wiedersehen. Und so wurden in dieser letzten Woche, in der wir uns nicht mehr sahen so intensive Mails ausgetauscht, dass irgendwann klar war, wir können nicht ohne einander. Ein Lösung hatten wir aber immer noch nicht. Er sagte mir dann auch, dass ich ihn am Flughafen treffen könnte und wir uns verabschieden konnten.

Er kam mit dem ICE an. ich wartete mal wieder auf ihn und war so glücklich, ihn noch einmal sehen zu können. Abgeschlossen hatte ich mit uns nie - auch heute noch nicht.
Die Schlange am Check-in war viel zu lang, so dass wir im Prinzip keine Zeit mehr für uns hatten. Also musste er mir in der Schlange, vor all den Leuten, die Wahrheit über sein Leben erzählen. Er war verheiratet und seine Frau bekam das gemeinsame Kind. Auch wenn ich beides geahnt hatte, für mich brach die Welt zusammen und mein Kreislauf versagte.

Jeder normale Mensch hätte wahrscheinlich "lebe wohl" gesagt und wär gegangen, aber ich liebte ihn und er mich, also versprachen wir uns, dass das kein Abschied für immer sei. Er würde sich melden und sobald wie möglich würden wir uns wiedertreffen. Und einen Wunsch erfüllte er mir noch: ich wollte ein Foto von uns beiden haben und so baten wir eine Dame am Flughafen uns zu fotografieren - Arm in Arm. Das Bild steht heute noch auf meinem Nachttisch!
von Sonnenschein - veröffentlicht in: Unsere Geschichte
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Saturday, 22. november 2008 6 22 /11 /Nov. /2008 20:11

Mein Studium hatte inzwschen wieder angefangen und ich war dementsprechend zeitlich flexibel. Zudem hatte ich mittlerweile das Hauptstudium erreicht, stand kurz vorm Ende und musste nur noch tageweise in die Uni. Aber genau an diesem Tag musste ich aus Gründen, die ich heute schon nicht mehr kenne, länger bleiben. Dabei hatte ich doch gerade wirklich keinen Nerv zum Studieren, schließlich war ich für den Abend verabredet. Die Uhrzeit stand noch nicht fest, da er nicht wusste, wie lange er arbeiten müsste. Er würde sich melden. Und so kam ich irgendwann gut gelaunt nach Hause und überlegte mir, was ich anziehen sollte. Ich war fix und fertig, wartete nur noch auf den Anruf, dass ich losfahren könnte. Und ich wartete und wartete und wartete.... Nichts passierte. Ich versuchte ihn auf seinem Handy zu erreichen - Mailbox. Ich hinterließ aber keine Nachricht. So spät war es ja nun auch wieder nicht und ich wartete also weiter. Einen erneuten Anruf später war ich schier frusitriert, traurig, enttäsucht und mehr als sauer - es war schließlich schon halb zehen und ausgangen sind wir von einem Treffen um sieben. Ich wollte aufgeben, war so sauer, dass ich ihm nun auf die Mailbox sprechen wollte, ihm sagen wollte, dass er sich zum Teufel scheren kann, man niemanden so lange einfach sitzen lässt und wenn er mich nicht sehen wollte, er mir das doch bitteschön sagen kann. Also wählte ich die Nummer und er drückte mich einfach weg. Das brachte das Fass zum Überlaufen. Erneut wollte ich die Nummer wählen, doch da klingelte mein Handy schon und er war es. Er hätte mich gerade aus versehen weggedrückt, weil er mich doch gerade selbst anrufen wollte. Es täte ihm so unglaublich leid, aber er wäre bis ein paar Minuten zuvor mir seinem Chef im Gespräch gewesen und hätte sich nicht melden können. Es tat ihm wirklich leid und er bat mich, trotz der späten Uhrzeit noch vorbeizukommen


Das war das erste Mal, dass ich ihm nicht länger böse sein konnte.


Eine gefühlte Ewigkeit später war ich da. Immer noch mit einer kleinen Wut im Bauch stieg ich die Treppen hinauf, sozusagen in seine Arme. An viele Details des Abends erinnere ich mich nicht mehr, dafür nimmt das wichtigste des Abends einen viel zu großen Platz ein.


Wir saßen wieder auf seinem Sofa, das Licht war gedimmt und im Hintergrund lief wieder leise Musik. Wir unterhielt uns über das, was wir uns vom Leben erhoffen und was wir uns erträumen. Wir saßen einander zugewandt, jeder ein Bein auf dem Sofa, sodass wir einander aunschauen konnten. Er hatte den einen Arm auf der Rückenlehne abgelehnt und stütze seinen Kopf. Im Laufe des Gesprächs streckte er den Arm dann der Lehne entlang in meine Richtung aus und ich wurde ganz nervös. Irgendwann fing er dann an, ganz sanft mit meinen langen, dunklen Haaren zu spielen. Und ich genoss es einfach. Dann fing er an meinen Nacken zu Kraulen und ich wusste, was kommen würde. Ganz langsam zog er mich zu sich hin und wir küssten uns das erste Mal.


Für mich war es eine Explosion der Gefühle. So lange habe ich nicht mal zu hoffen gewagt, dass das jemals passieren würde und nun war er da, DER Moment.


Ich glaube wir hörten den ganzen Abend nicht mehr auf, uns zu küssen, zu streicheln, anzufassen. Ich war einfach nur glücklich, dennoch beschloss ich wieder zu gehen. Es war wieder früher morgen, drei Uhr schätze ich, und es war mal wieder nur vernünftig zu gehen. Er wollte nicht, aber ich bestand darauf. Also brachte er mir meinen Mantel und ich war schon im Gehen, als er wieder anfing mich leidenschaftlich zu küssen. Das machte es mir nicht leichter, aber ich musste gehen.


Er begleitete mich zu meinem Auto, wir küssten uns zum Abschied und er meinte, wenn ich jetzt nicht fahren würde, würde er mich nicht mehr gehen lassen. Also fuhr ich, doch noch bevor ich zu Hause eingeschlafen war kam eine SMS von ihm: er hätte mich nicht gehen lassen sollen.


Von dem Moment an waren wir zusammen. Keiner sprach es aus, aber wir beide wussten es.

von Sonnenschein
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Friday, 21. november 2008 5 21 /11 /Nov. /2008 15:02

Mit jeder Mail stieg das Bedürfnis, uns wiedersehen zu wollen. Aber die Zeit machte es uns nicht leichter. Er war unter der Woche nur noch im Ausland und am Wochenende bei seiner Familie und ich in Stuttgart oder bei meiner Familie. Aber damit konnten wir uns nicht zufrieden geben und so machte er mir den Vorschlag, ihn einige Wochen später, wenn ich Urlaub haben sollte, ihn für ein paar Tage in London zu besuchen. Aber auch das sollte uns nicht vergönnt sein, die Termine verschoben sich und so sahen wir immer noch keine Möglichkeit, uns zu treffen.


Doch dann der Lichtblick, mein letzter Tag in Stuttgart, die Zugfahrt zurück war schon gebucht und wenn ich wieder permanent in Frankfurt sein sollte.würde es doch leichter werden, dachte ich. Und am Abend davor kam dann die Mail, die so vieles verändern würde. Er schlug mir vor, uns am Flughafen zu treffen. Er musste sponatn für zwei Tage nach London und ich wieder zurück nach Frankfurt, also beschlossen wir, dafür zu sorgen, dass unsere Wege sich wieder kreuzen sollten. Spontan buchte ich meine Zugfahrt um, so dass ich mehrere Stunden Aufenthalt am Flughafen haben würde. Ich wusste zwar, dass ich viel früher ankommen würde und einige Zeit auf ihn warten werden müsste, aber das war es mir wert. Also startete ich zu unserem ersten Treffen seit viel zu langer Zeit.


Endlich angekommen konnte ich es kaum erwarten. Ständig schaute ich auf mein Handy, um sicherzugehen, dass er nicht schon angerufen hatte und ich den Anruf verpasst hatte. Schließlich wollte er sich melden und fragen, wo genau ich auf ihn warten würde. Und irgendwann kam er dann, der Anruf und es war ein merkwürdiges Gefühl. Ich hatte seine Stimme ganz anders im Ohr und wenn ich ehrlich bin, war ich ein bisschen enttäuscht. Ich kann gar nicht sagen warum, aber ich war es - bis zu dem Moment, als er wieder vor mir stand. Mit seinem durchtrainierten Körper, den wunderschönen blauen, fast türkis-farbenen Augen und dem tollen Lächeln. Ich war hin und weg, hatte ganz weiche Knie und mir ging es einfach gut in seiner Nähe.


Das Treffen an sich war eigentlich nichts Besonderes, wir hatten nur eine knappe Stunde, sind etwas trinken gegangen und haben einfach geredet. Und als sich die Zeit dem Ende entgegen neigte wurde ich richtig traurig, aber er musste nun mal gehen - allerdings nicht ohne das Versprechen, dass er sich melden würde. Und das tat er auch. Wieder wurden gefühlte hunderte von Mails ausgetauscht, ab und zu auch ein paar SMS und weiter stieg das Verlangen, ihn wiederzusehen


Doch inzwischen musste er privat ins Ausland, wollte mir jedoch nicht erzählen warum und wohin. Ich kannte ihn inzwischen jedoch gut genug, dass ich mir ausmalen konnte, dass er für ein Bewerbungsgespräch in die USA geflogen ist. Und so war es auch. Ich hab mich riesig für ihn gefreut, dass es sich nun seinen Traum erfüllen konnte, auch, wenn das gleichzeitig bedeutete, dass wir keine Zukunft haben würden, die ich mir inzwischen so sehr wünschte.


So wurde auch "Almost Lover" von A Fine Frenzy zu unserem Lied. Er sagte immer, dass es drei Gründe gäbe, aus denen wir nie zusammen sein könnten. Ich dachte immer, er meinte seine anstehende Zukunft in den USA, seine Freundin, die es immer noch gab, doch der dritte Grund war mir unklar. Ich dachte, er meinte unseren Altersunterschied. Daher habe ich mich damit nie zufrieden geben wollen, denn das waren alles Probelem, die man lösen könnte, bzw. Probleme, die keine Probleme für mich waren. Also brachen wir unseren Email-Kontakt nicht ab und verabredeten ein weiteres Treffen. Wie immer wurde es aber sehr schwierig, einen Termin zu finden. Ostermontag sollte es dann soweit sein. Er würde abends von seiner Familie wiederkommen und am nächsten Morgen nach England weiterfliegen. Also trafen wir uns für ein paar Stunden am Montagabend. Er warnte mich jedoch, seine Wohnung sei so gut wie nicht eingerichtet, da er nie da wa und auch sonst nie Besuch dort empfangen würde. Zudem hätte er nicht viel Zeit für mich, da er die nächsten zwei Wochen wieder im Ausland sein würde und daher nebenbei Koffer packen müsste. Aber damit konnte ich leben. Also machte ich mich auf den Weg.


Dann stand ich endlich vor seiner Tür, mit Herzklopfen und er empfing mich so herzlich, umarmte mich, meinte wie schön es sei, dass ich da sei und entschuldigte sich gleich wieder, dass es in seiner Wohnung so kalt sei, weil er sebst gerade erst angekommen sei und dass es so kahl sei. Aber all das spielte doch gar keine Rolle.


Wir machten es uns in seiner Küche bequem. Er musste seine ganzen Pillen und Pülverchen für zwei Wochen zubereiten. Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, er macht Bodybuilding und Ernährung geht im über alles. Er ist keiner dieser Muskelprotze, die sich vor lauter Muskeln nicht mehr bewegen können, aber er hatte schon einen perfekten Körper, das ließ sich nicht leugnen. Also, er musste seine Vitamine und Mineralstoffe abzählen, abwiegen und einpacken. Ich musste lachen, denn ich kam mir wie bei meiner Oma vor, die täglich hunderte von Tabletten schlucken muss. Und mein Lachen steckte ihn an und meinte, dass das normalerweise niemand zu sehen bekommt.


Nachdem er dann auch seinen Koffer im Schlafzimmer gepackt hatte, ich durfte ihm auf seinem Bett sitzend dabei zusehen, gingen wir ins Wohnzimmer, wo wir dann endlich in Ruhe ein bisschen Zeit zum Reden hatten. Ich weiß noch genau, wie es war, als wir, auf seiner dunkelblauen Ledercouch sitzend uns über Gott und die Welt unterhielten, im Hintergrund ein bisschen Musik lief und wir die Zeit um uns herum ganz vergaßen. Er schaute mir dabei so tief in die Augen, ließ seinen Blick niemals abwandern und machte mich damit ganz nervös. Ich mochte das Gefühl, so durchdringend, so interessiert angeschaut zu werden, aber ich konnte mich einfach nicht mehr konzentrieren und wurde ganz verlegen. Ich glaube, ich habe nur noch Unsinn geredet, aber das war ihm egal.


Inzwischen war es schon halb drei Uhr morgens, er würde um halb sechs schon wieder aufstehen müssen und ich würde ebenfalls morgens wieder früh raus müssen. Außerdem wurde mir bewusst, dass er immer noch eine Freundin hatte (ich wusste zu diesem Zeitpunkt noch lange nicht, dass er sie zwei Tage zuvor geheiratet hatte) und so beschloss ich, schleunigst aufzubrechen. Ich weiß, dass er hin und her gerissen war. Auf der einen Seite wollte er nicht, dass ich schon gehe, auf der anderen Seite war es nur vernünftig, dass ich aufbrach. Also ging ich, schweren Herzens, aber ich ging.


Zu Hause angekommen schickte ich ihm noch eine SMS und bedankte mich für den schönen Abend und er sagte, dass er den Abend mit mir sehr genossen hätte. Ich war glücklich!

von Sonnenschein
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Thursday, 20. november 2008 4 20 /11 /Nov. /2008 20:07

...unser Lied...warum muss es sich nur bewahrheiten? Wieso können zwei Menschen, die sich lieben, die eine gemeinsame Zunkunft wollen nicht gemeinsam glücklich werden?

Seit heute bin ich wieder zu Hause, zweieinhalb Wochen zu früh und unglücklicher denn je. Es sollten doch drei unvergessliche Wochen werden, in denen wir die wenige Zeit, die uns nur vergönnt ist, genießen. Und nun das Ende. Weil wir uns drei Monate zu spät kennengelernt haben... Daran darf es doch nicht scheitern.

Er sagt, es muss nicht das endgültige Ende werden, aber er muss selbst herausfinden und entscheiden, welches Leben er leben will - das Leben mit mir, oder das Leben, dass er aus Vernunftsgründen gerade führt. Wann jedoch diese Entscheidung steht und ob es überhaupt eine solche bewusste Entscheidung geben wird, steht in den Sternen.


Kennengelernt haben wir uns vor gut neun Monaten, bei der Arbeit, um genau zu sein bei einem gemeinsamen Mittagessen. Und zu verdanken haben wir das einem Kollegen, der lieber mit seiner Freundin eine Küche kaufen gehen wollte, als mit mir die Mittagspause zu verbringen. Dieser Kollege fragt mich, ob ich einverstanden wäre, wenn mich jemand anders begleitet, der gerade aus dem Urlaub zurückgekommen sei. Und da ich neu war, war ich dankbar, dass sich jemand meiner annahm. Er knapp zehn Jahre älter als ich, gutaussehend und im Beruf sehr erfolgreich.


Vom ersten Moment an war da diese gegenseitige Sympathie und schon im ersten Gespräch stellten wir fest, wie viel wir doch eigentlich gemeinsam hatten. Wenn ich heute zurückschaue weiß ich, dass mir schon damals hätte klar sein müssen, dass mir so ein Mensch nie wieder über den Weg laufen würde. Für mich ist er einfach perfekt.


Ich weiß bis heute nicht, ob er dafür verantwortlich war, aber schon eine gute Woche später fing ich außerplanmäßig an, in seinem Projekt mitzuarbeiten. Auch wenn es nur zwei Tage waren, die haben uns gereicht, um festzustellen, dass wir beide, unabhängig voneinander am anderen ein großes Interesse entwickelt hatten. Aber montags drauf musste ich nach Stuttgart und mir war klar, dass wir uns nicht wiedersehen würden - und da ich inzwischen wusste, dass er eine Freundin hatte, gab es für mich auch keinen Grund, mich bei ihm zu melden. Unabhängig davon, dass ich gar nicht gewusst hätte, was ich ihm sagen oder schreiben sollen

.

- Aber ich glaube an Schicksal, es hatte einen Grund, dass wir uns getroffen haben. -


Montag, mein erster Tag in Stuttgart und was erwartete mich, eine Mail von ihm. Wie mir seine alte Heimat gefallen würde, war seine Frage. Ich war noch nicht mal 4 Stunden dort, wie sollte ich also auf solch eine Frage antworten. Aber auch er hat nur einen Grund gesucht, sich bei mir zu melden. Von da an schreben wir uns täglich und in jeder freien Minute Mails, am Wochenende über xing oder facebook. Und von Mail zu Mail fingen wir mehr an, miteinander zu flirten. Und wenn mal einen Tag keine Mail kam, weil er inzwischen im Ausland arbeitete, war ich immer sehr enttäuscht. Dabei kannte ich diesen Mann doch gerade mal ein paar Wochen, gesehen haben wir uns ganze drei Mal, bei der Arbeit.

Das hört sich alles sehr naiv an und vielleicht ist es das auch, aber im Endeffekt war es das Beste, was mir je passieren konnte!

von Sonnenschein
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