Monday, 24. november 2008 1 24 /11 /Nov. /2008 23:09

Nicht einmal in den Baumarkt kann ich gehen, ohne dass ich an ihn erinnert werde. Ich dachte, ich könnte einen Tag mal wieder ganz "normal" leben, schließlich hatte ich heute auch wirklich viel vor. Aber kaum im Baumarkt angekommen spielten sie unser Lied "Almost Lover", spätestens da war es mit der Fassung wieder dahin...


Aber ihr wisst ja noch gar nicht, wie es soweit gekommen ist, alsoo erzähle ich unsere Geschichte weiter...


Der Abschied am Flughafen war grauenvoll und ich bin natürlich nicht ohne Tränen ausgekommen. Dabei hatte ich mir doch geschworen, ihm seinen Weggang so leicht wie möglich zu machen. Aber meine Gefühle überkamen mich einfach. Also ging ich so schnell wie möglich, die Sonnenbrille auf der Nase und mit roter Nase. Es muss sehr merkwürdig ausgesehen haben so in der U-Bahn zu sitzen. Und natürlich haben mich alle angeschaut, dabei wollte ich doch nicht, dass mir irgendwer meinen Kummer ansieht.


Noch bevor sein Flieger abhob schrieb ich ihm eine SMS, um ihm meine Gefühle auszudrücken und seine Antwort war, dass sein Weggang, den er sich s sehr gewünscht hat, sich nun falsch anfühlt und er am liebsten bei mir bleiben würde. Aber so flog er...


Wir hielten es jedoch nicht besonders lange ohne einander aus. Schon Tage zuvor hatten wir beide uns webcams und skype zugelegt. Wenigstens so (und so lange seine Frau noch nicht dort war) wollten wir den Kontakt aufrecht erhalten. und für November war sowieso ein Besuch bei ihm geplant. Aber für den Übergang nutzten wir erst einmal skype. Das pikante an der ganzen Sache war jedoch, dass er sich erst noch eine eigene Unterkunft suchen musste und er solange bei Verwandten seiner Frau in der Nähe von San Francisco wohnte. Dort war es natürlich schwierig gemeinsame, ungestörte Zeiten zu finden. Aber anscheinend wollen manche Menschen nichts mitbekommen und so hatten mir Zeit für einander als erhofft.


Wir wollten aber mehr, wollten uns sehen, bei einander sein. Aber es gab schier keine Möglichkeiten. ich war gerade in seine alte Wohnung gezogen, die für mich ohne richtiges Einkommen viel zu teuer war und schrieb an meiner Diplomarbeit. Zeitlich war ich also voll eingespannt und finanziell wäre ein Besuch sowieso untragbar für mich gewesen. Aber immer wieder drängte er darauf, dass ich doch kommen soll und ich hatte immer wieder die gleichen Argumente: kein Geld und eine Diplomarbeit, für die ich regelmäßig in Bibliotheken musste, um Material zu besorgen. Irgendwann meinte er jedoch, dass anscheinend alles andere wichtiger sei, als er. Und in dem Moment wusste ich nicht, was ich antworten soll. Nein, NICHTS war wichtiger als er, aber ich wusste nicht, wie ich es hätte regeln sollen. Jedoch freundete ich mich mit dem Gedanken, ihn wiederzusehen sehr schnell an. Er machte mir das Angebot, auf die Ablösung für seine Küche zu verzichten und von dem Geld sollte ich zu ihm fliegen. Das war die Möglichkeit. Und Bücher aus der Bibliothek konnte man sich schließlich auch ausleihen und kopieren. Schreiben kann man überall auf der Welt.


Doch dann kam das größte Problem, ich hatte keinen gültigen Reisepass und in die USA kann man nicht mit einem vorläufogen Pass einreisen. Wie sollten das denn nun auch noch bewältigt werden? Aber es gab die Möglichkeit des Express-Passes und so wurde der Flug gebucht, ohne den Pass auch nur beantragt zu haben. Das holte ich natürlich schnellstens nach, aber die Nächte darauf schlief ich extrem schlecht, hatte Albträume und befürchtete eintausend Euro! für den Flug umsonst ausgegeben zu haben, weil der Pass innerhalb von fünf Arbeitstagen nicht da sein würde (Ja, ich habe gebucht und eineinhalb Wochen später wollte ich fliegen, ohne Pass - manchmal macht man sehr dumme Sachen). Aber es klappte alles - wie ein Wink des Schicksals. Samstags wollte ich fliegen und schon mittwochs zuvor war der Pass da (Montag hatte ich ihn beantragt). Ich kann meine Gefühle gar nicht beschreiben, ich war einfach nur glücklich.


Und so machte ich mich auf den Weg nach San Francisco - zu dem Mann, den ich von ganzem Herzen liebe!

von Sonnenschein - veröffentlicht in: Unsere Geschichte
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